Das IAW gratuliert Ricarda Lauterbach zum sehr guten Abschluss

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Published On: 06/11/20266 min read

Ricarda Lauterbach arbeitet als Referatsleiterin Personalverwaltung und -betreuung in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. Im August 2025 hat sie den Studiengang M.A. Organizational Management erfolgreich abgeschlossen.

Sie haben Ihr duales Studium an der Fachhochschule für Rechtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen (heute: Hochschule der Justiz NRW) in Bad Münstereifel absolviert und im Anschluss den M.A. Organizational Management. Wie kam es dazu, dass Sie sich für ein berufsbegleitendes Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschieden haben?

Mein duales Studium war überwiegend rechtlich geprägt und zielte darauf ab, mich auf die Tätigkeit als Diplom-Rechtspflegerin (FH) an den Gerichten in Nordrhein-Westfalen vorzubereiten. Bereits kurz nach dem Abschluss habe ich jedoch festgestellt, dass mich insbesondere Tätigkeiten im öffentlichen Dienst interessieren, die über die klassischen rechtspflegerischen Aufgaben hinausgehen – vor allem im Bereich Verwaltung, Management und insbesondere im Personalbereich.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich 2022 bewusst beruflich neu orientiert, meine Dienstherrin gewechselt und meine Tätigkeit im Personalamt der Stadt Münster aufgenommen.
Dort wurde Mitarbeitenden unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit geboten, ein berufsbegleitendes Masterstudium auch finanziell fördern zu lassen. Das hat mich sehr angesprochen, da ich mein Wissen gezielt vertiefen und mich fachlich weiterentwickeln wollte. Über eigene Recherchen und eine ehemalige Kollegin bin ich auf den Studiengang M.A. Organizational Management am IAW der Ruhr-Universität Bochum aufmerksam geworden. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Inhalten und einem Gespräch mit der Studienberatung haben mich insbesondere der hohe Praxisbezug sowie die Verbindung von öffentlichem Dienst und „Privatwirtschaft“ überzeugt.

Wie konnten Sie theoretische Konzepte in Ihren beruflichen Kontext einbringen?

Der Bereich Personalführung hat mich schon vor Beginn des Studiums besonders interessiert, allerdings fehlte mir zunächst das theoretische Fundament. Im Studium – insbesondere in den Modulen „Personalführung und Führungskräfteentwicklung“ sowie „Human Resource Management“ – habe ich fundierte Modelle und Ansätze kennengelernt, die ich heute aktiv in meinem beruflichen Alltag nutze.
Gerade in meiner aktuellen Rolle als Führungskraft – inzwischen auch mit Verantwortung für mehrere Führungskräfte – greife ich regelmäßig auf diese Inhalte zurück und reflektiere mein eigenes Führungsverhalten auf dieser Basis.

Beruf und Studium zu vereinbaren, ist sicherlich eine große Herausforderung. Wie haben Sie diese gemeistert?

Ein berufsbegleitendes Studium neben einer Vollzeitstelle ist ohne Frage anspruchsvoll. Im Vergleich zu anderen Studiengängen, die ich im Vorfeld recherchiert habe, bietet dieser Master jedoch einen großen Vorteil: die hohe Flexibilität bei der individuellen Modulplanung.
Während meines Studiums bin ich zudem von Nordrhein-Westfalen nach Hamburg umgezogen und habe im Zuge dessen auch den Arbeitgeber gewechselt. Durch die flexible Struktur des Studiengangs konnte ich meine Präsenzzeiten und Module jedoch vorausschauend planen und so Studium und berufliche Veränderungen gut miteinander vereinbaren.

Thema Ihrer Masterarbeit war „Soziale Einbindung in ortsflexiblen Arbeitskontexten der öffentlichen Verwaltung – Eine Untersuchung des Führungseinflusses mittels Critical Incident Methode“ Was genau interessiert Sie daran?

Mich interessiert insbesondere der Themenkomplex Führung in der öffentlichen Verwaltung. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat vor einigen Jahren im Rahmen einer Dienstvereinbarung das ortsflexible Arbeiten mit einem Anteil von bis zu 60 Prozent außerhalb des Büros eingeführt.
Vor diesem Hintergrund wollte ich untersuchen, welche Auswirkungen diese veränderten Arbeitsbedingungen auf die soziale Einbindung von Mitarbeitenden haben und welche Rolle Führungskräfte dabei spielen. Da sich sowohl die Arbeitswelt als auch die Erwartungen der Beschäftigten stetig verändern, halte ich es für zentral, bestehende Strukturen zu hinterfragen und gezielt weiterzuentwickeln.

Warum ist das Thema in Ihrem Unternehmen derzeit so aktuell und wie kann die Freie und Hansestadt Hamburg von den Ergebnissen der Masterarbeit profitieren?

Das ortsflexible Arbeiten wird in der Freien und Hansestadt Hamburg inzwischen breit genutzt. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich diese Arbeitsform – je nach Team und individuellen Bedürfnissen – unterschiedlich auf den Zusammenhalt auswirkt.
Die Ergebnisse meiner Masterarbeit machen deutlich, dass Führungskräfte eine zentrale Rolle dabei spielen, soziale Einbindung aktiv zu gestalten. Insbesondere durch bewusst geschaffene Begegnungsanlässe sowie klar definierte Teamregeln kann der Austausch und das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt werden. Hierzu habe ich konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, die sich unmittelbar in die Praxis übertragen lassen.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, diesen Studiengang zu absolvieren?

Ich empfehle, frühzeitig den Austausch mit der Studienberatung oder auch mit Absolvent:innen zu suchen, um einen realistischen Eindruck vom Studiengang zu gewinnen.
Besonders hervorzuheben sind aus meiner Sicht die Praxiswochen, in denen das erlernte Wissen direkt angewendet werden kann. Dieses Format ist aus meiner Erfahrung heraus außergewöhnlich und bietet einen echten Mehrwert. Zudem ermöglicht der Studiengang den Austausch mit Studierenden aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten – insbesondere zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft –, was den eigenen Blickwinkel für mich erheblich erweitert hat.

Sie waren während Ihrer Studienzeit Fachschaftssprecherin. Warum haben Sie dieses Amt übernommen und wie konnten Sie Einfluss nehmen?

Mir war es wichtig, die Interessen der Studierenden aktiv zu vertreten und den Austausch zwischen Studierenden und Studienorganisation mitzugestalten. Gerade in einem berufsbegleitenden Studiengang, in dem viele unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinandertreffen, halte ich eine funktionierende Kommunikation für besonders wichtig.
Als Fachschaftssprecherin habe ich versucht, das Feedback aus der Studierendenschaft zu bündeln und diese in Gespräche mit dem Institut einzubringen. Gleichzeitig habe ich den Austausch innerhalb des Jahrgangs gefördert und dazu beigetragen, dass sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln konnte.

Wenn Sie nun auf Ihre Studienzeit zurückblicken, welches Highlight im Studium bliebt Ihnen ganz besonders in Erinnerung?

Für mich gab es gleich mehrere Highlights. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Praxiswochen, in denen wir unterschiedliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungen kennenlernen konnten. Die gemeinsame Arbeit an realen Fragestellungen und die Entwicklung von Lösungsansätzen im Team haben mir großen Spaß gemacht, genauso wie die anschließende Präsentation der Ergebnisse vor den Auftraggeber:innen.
Darüber hinaus sind vor allem die Kontakte und Freundschaften, die während des Studiums entstanden sind, für mich sehr wertvoll. Ich bin sicher, dass diese Verbindungen auch über das Studium hinaus bestehen bleiben werden.

Jetzt haben Sie den M.A. Organizational Management in der Tasche. Wie geht es für Sie nun weiter? Welche Pläne haben Sie?

Bereits während der zweiten Hälfte des Studiums und unmittelbar nach dem Abschluss habe ich mich beruflich weiterentwickelt. Zunächst habe ich eine erste Führungsposition übernommen und kurze Zeit später zusätzliche Verantwortung als Referatsleiterin im Personalbereich erhalten. Aktuell führe ich zwei Führungskräfte, die jeweils Teams von rund zehn Personen leiten. Für die kommenden Jahre ist es mein Ziel, die im Studium erworbenen Kenntnisse weiter in meiner beruflichen Praxis zu verankern und mich als Führungskraft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig freue ich mich darauf, die neu gewonnene Zeit wieder stärker privat zu nutzen – insbesondere mit meinem Mann, meinem Hund und meinem Freundeskreis.

Vielen Dank und alles Gute