Das IAW gratuliert René Rupietta zum sehr guten Abschluss

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Published On: 08/26/20267 min read

René Rupietta arbeitet als Projektleiter für KI-Lösungen. Im April 2026 hat er den Studiengang M.A. Organizational Management erfolgreich abgeschlossen.

Sie haben Ihren Bachelor an der dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn in der Fachrichtung BWL-Handel/Konsumgüterhandel absolviert und im Anschluss den M.A. Organizational Management. Wie kam es dazu, dass Sie sich für ein berufsbegleitendes Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschieden haben?

Nach meinem dualen Bachelorstudium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn im Bereich Handel beziehungsweise Konsumgüterhandel war für mich klar, dass ich mich fachlich noch einmal gezielt weiterentwickeln möchte. Beruflich hatte ich bereits verschiedene Stationen durchlaufen – vom dualen Studenten über eine leitende Funktion im Vertrieb bis hin zur Unterstützung der Geschäftsleitung. Ich wollte diese praktischen Erfahrungen durch neue wissenschaftliche und interdisziplinäre Perspektiven ergänzen.
Bei meiner Suche nach einem passenden Masterstudiengang war mir besonders wichtig, aktuelle Themen mit einer hohen Praxisrelevanz zu verbinden und gleichzeitig weiterhin in Vollzeit arbeiten zu können. Der M.A. Organizational Management an der Ruhr-Universität Bochum hat mich deshalb besonders angesprochen. Ausschlaggebend waren für mich das interdisziplinäre Konzept, die Praxiswochen und die individuell ausgearbeiteten Coachings. Gerade die Möglichkeit, regelmäßig in Präsenz zu studieren und sich mit Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Hintergründen auszutauschen, war für mich ein großer Mehrwert.

Wie konnten Sie theoretische Konzepte in Ihren beruflichen Kontext einbringen?

Aktuell beschäftige ich mich als Projektleiter für KI-Lösungen im Handel mit der Evaluierung und Machbarkeit neuer Anwendungen, die unser Unternehmen voranbringen können. Gerade deshalb konnte ich bereits während des Studiums immer wieder Anknüpfungspunkte zu meiner heutigen Tätigkeit erkennen.
Besonders hilfreich ist für mich das Verständnis der grundlegenden Funktionsweise von Künstlicher Intelligenz: Wie arbeitet ein KI-System? Wie funktionieren beispielsweise Deep-Learning-Modelle? Wo liegen die Chancen, aber auch die Risiken? Dieses Wissen hilft mir dabei, KI-Lösungen fundierter zu bewerten und strategisch einzuordnen. Viele weitere Inhalte aus dem Studium werden für meine Arbeit sicher noch an Bedeutung gewinnen. Gerade weil wir uns in vielen Bereichen noch in einer Entwicklungsphase befinden, bin ich gespannt darauf, welche weiteren Impulse ich künftig aus dem Studium in die Praxis übertragen kann.

Beruf und Studium zu vereinbaren, ist sicherlich eine große Herausforderung. Wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung war definitiv das Zeitmanagement. Beruf und ein berufsbegleitendes Masterstudium parallel zu organisieren, erfordert Disziplin und manchmal auch die Bereitschaft, Freizeit bewusst anders zu gestalten.
Besonders intensiv wurde diese Zeit, als ich für zwölf Monate beruflich in Frankreich war und dort die Geschäftsleitung des Landes unterstützte. Von Frankreich aus habe ich weiterhin regulär gearbeitet und gleichzeitig mein Studium fortgeführt. Für einzelne Module und Präsenzveranstaltungen bin ich nach Deutschland gereist, während ich Seminararbeiten und auch meine Masterarbeit in Frankreich geschrieben habe.
Rückblickend war diese Phase sehr intensiv, aber sie hat mir auch gezeigt, was möglich ist, wenn man ein klares Ziel vor Augen hat. Man muss bereit sein, Zeit und Energie zu investieren – aber es ist machbar.

Thema Ihrer Masterarbeit war „Chancen und Herausforderungen von Re- und Upskilling Strategien für Mitarbeitende am Beispiel KI-gestützter Arbeitsplanung“
Was genau interessiert Sie daran?

Mich interessiert besonders die Frage, wie Menschen mit technologischen Veränderungen umgehen und wie Unternehmen sie dabei unterstützen können. KI ist innerhalb kurzer Zeit zu einem festen Bestandteil unseres beruflichen und privaten Lebens geworden. Gerade für Menschen ohne technischen Hintergrund kann diese Entwicklung jedoch schwer greifbar sein – insbesondere dann, wenn Entscheidungen oder Vorschläge eines Systems nicht unmittelbar nachvollziehbar erscheinen.

In meiner Masterarbeit habe ich deshalb untersucht, wie betriebliche Lernbarrieren und organisationale Rahmenbedingungen die nachhaltige Wirksamkeit von Re- und Upskilling-Maßnahmen bei der Einführung eines KI-gestützten Arbeitsplanungstools beeinflussen. Grundlage waren neun qualitative Interviews mit Entwicklern, Schulungsleitern und Anwendern.

Eine zentrale Erkenntnis war für mich: Schulungen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, ob das Gelernte anschließend dauerhaft in den Arbeitsalltag übertragen werden kann. Zeitdruck, Unterbrechungen, Unsicherheit oder technostressähnliche Belastungen können diesen Transfer erschweren. Gleichzeitig spielen ausreichend Zeit, guter Support, klare Führungssignale und funktionierende Feedbackschleifen eine wichtige Rolle.

Genau diese Verbindung aus Technologie, Organisation und Mensch finde ich besonders spannend. KI kann ihr Potenzial nur dann wirklich entfalten, wenn Menschen verstehen, welchen Nutzen sie bietet, und in die Lage versetzt werden, sicher und kompetent mit ihr umzugehen.

Warum ist das Thema in Ihrem Unternehmen derzeit so aktuell und wie kann man dort von den Ergebnissen der Masterarbeit profitieren?

Das Thema ist für unser Unternehmen hochaktuell, weil KI in Zukunft in vielen Bereichen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Neue Technologien einzuführen, ist dabei nur ein Teil der Aufgabe. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie Mitarbeitende auf diesem Weg mitgenommen werden und wie aus einer einmaligen Schulung eine nachhaltige Anwendung im Arbeitsalltag entsteht.
Die Ergebnisse meiner Masterarbeit können dabei helfen, zukünftige Projekte noch stärker aus einer humanzentrierten Perspektive zu planen. Learnings aus bisherigen Projekten können genutzt werden, um Rollouts effizienter zu gestalten, Lern- und Transferphasen besser zu unterstützen und Mitarbeitende mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven stärker zu berücksichtigen.
Aus meiner Sicht gilt: Je weniger Abwehrhaltung und Unsicherheit einem neuen Thema entgegensteht, desto besser kann es sich weiterentwickeln und sein tatsächlicher Nutzen entfaltet werden. Deshalb ist es wichtig, technologische Entwicklung und Kompetenzentwicklung von Anfang an gemeinsam zu denken.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, diesen Studiengang zu absolvieren?

Mein wichtigster Tipp wäre: Macht es einfach. Natürlich ist ein berufsbegleitendes Studium eine Herausforderung und es wird Phasen geben, in denen man sich fragt, wie man alles zeitlich unter einen Hut bekommen soll. Aber gerade die Investition in die eigene Entwicklung lohnt sich.
Was mich an diesem Studiengang besonders begeistert hat, waren die vielen unterschiedlichen Perspektiven. Durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der Studierenden entstehen Gespräche, die weit über das eigene berufliche Umfeld hinausgehen. Man hinterfragt die eigenen Denkweisen, lernt neue Ansätze kennen und nimmt Ideen mit, auf die man allein vielleicht nie gekommen wäre.
Und für alle, die noch zweifeln, gilt für mich persönlich ein Gedanke, der mich auch selbst begleitet: Bildung ist ein unentreißbarer Besitz. Deshalb kann ich nur sagen: Traut euch. Ihr werdet es nicht bereuen.

Wenn Sie nun auf Ihre Studienzeit zurückblicken, welches Highlight im Studium bliebt Ihnen ganz besonders in Erinnerung?

Für mich gibt es tatsächlich nicht das eine einzelne Highlight. Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen unterschiedlichen Perspektiven, die in den Vorlesungen, Praxiswochen und Gesprächen zusammengekommen sind.

Im Berufsalltag bewegt man sich häufig innerhalb bestimmter Strukturen und ist durch das eigene Unternehmen, die eigene Branche und persönliche Erfahrungen geprägt. Im Studium habe ich immer wieder erlebt, wie bereichernd es sein kann, wenn Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen auf dasselbe Thema schauen. Plötzlich entstehen neue Fragen und Lösungsansätze, weil jemand eine Situation aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet.

Genau dieser Perspektivwechsel war für mich eines der größten Highlights des Studiums. Der Studiengang Organizational Management hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass es selten nur den einen richtigen Ansatz gibt – und dass es sich lohnt, auch Ideen nachzugehen, die zunächst außerhalb des eigenen gewohnten Denkrahmens liegen.

Jetzt haben Sie den M.A. Organizational Management in der Tasche. Wie geht es für Sie nun weiter? Welche Pläne haben Sie?

Da ich erst vor wenigen Monaten meine neue Funktion als Projektleiter für KI-Lösungen im Handel übernommen habe, konzentriere ich mich zunächst voll auf diese Aufgabe. Das Thema KI entwickelt sich mit einer enormen Geschwindigkeit, und gerade im Handel sehe ich in den kommenden Jahren noch sehr viel Potenzial.

Mich reizt dabei besonders die Kombination aus mehreren Aspekten: die technologische Entwicklung selbst, die Möglichkeit, den Handel aktiv mitzugestalten, neue Einsatzmöglichkeiten zu identifizieren und gleichzeitig die Frage zu beantworten, welche Lösungen tatsächlich einen nachhaltigen Mehrwert schaffen.

Auch die Verbindung von Technologie und Mensch wird mich weiter beschäftigen. Meine Masterarbeit hat mir noch einmal deutlich gezeigt, dass erfolgreiche Veränderung nicht allein von einer guten Technologie abhängt. Entscheidend ist auch, wie Menschen sie verstehen, annehmen und in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Genau an dieser Schnittstelle möchte ich auch künftig weiterarbeiten und die Entwicklungen im Bereich KI aktiv mitgestalten.

 

Vielen Dank und alles Gute