Das IAW gratuliert Antonio Vasilj zum sehr guten Abschluss

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Published On: 05/20/20265 min read

Antonio Vasilj arbeitet als Bereichspflegedienstleiter. Im Januar 2026 hat er den Studiengang M.A. Organizational Management erfolgreich abgeschlossen.

Sie haben Ihren Bachelor an der Hochschule für Gesundheit in Pflege absolviert und im Anschluss den M.A. Organizational Management. Wie kam es dazu, dass Sie sich für ein berufsbegleitendes Studium an der Ruhr-Universität Bochum entschieden haben?

Nach meinem Bachelorstudium im Bereich Pflege an der Hochschule für Gesundheit sowie meinem vorherigen Bachelorstudium der Medizinökonomie hatte ich bereits ein fundiertes Verständnis sowohl für die praktische Versorgung als auch für wirtschaftliche und strukturelle Zusammenhänge im Gesundheitswesen. Im beruflichen Alltag wurde mir zunehmend deutlich, wie wichtig professionelles Management, Organisationsentwicklung und strategische Steuerung gerade in gesundheitsbezogenen Einrichtungen sind.

Die Entscheidung für den berufsbegleitenden M.A. Organizational Management, entstand daher aus dem Wunsch, meine bisherigen fachlichen und gesundheitsökonomischen Kenntnisse gezielt um Management- und Führungskompetenzen zu erweitern. Besonders überzeugt hat mich die Möglichkeit, wissenschaftliche Inhalte direkt mit meiner beruflichen Praxis zu verbinden.

Wie konnten Sie theoretische Konzepte in Ihren beruflichen Kontext einbringen?

Viele theoretische Konzepte aus dem Studium ließen sich unmittelbar auf meinen beruflichen Kontext übertragen. Vor allem Inhalte aus Organisationsentwicklung, Change Management und strategischer Unternehmensführung haben mir geholfen, Situationen im Arbeitsalltag nicht nur operativ zu lösen, sondern sie analytischer zu betrachten.

Beruf und Studium zu vereinbaren, ist sicherlich eine große Herausforderung. Wie haben Sie diese gemeistert?

Es gab definitiv Phasen, die sehr intensiv waren. Die größte Herausforderung war für mich dabei weniger die fachliche Belastung, sondern dauerhaft zwischen Verantwortung im Beruf, Leistungsanspruch im Studium und dem Privatleben umzuschalten.

Ich habe versucht, meine Aufgaben frühzeitig zu organisieren und mir bewusst feste Zeiten für das Studium einzuplanen. Gleichzeitig war es mir wichtig, auch das Private nicht komplett aus den Augen zu verlieren. Die persönlichen Auszeiten waren für mich ein wichtiger Ausgleich, um motiviert und leistungsfähig zu bleiben.

Thema Ihrer Masterarbeit war Führungsbeziehungen im Krankenhaus: Der Einfluss der Leader-Member-Exchange-Qualität auf Arbeitszufriedenheit und Engagement des Pflegepersonals Was genau interessiert Sie daran?

Das Thema meiner Masterarbeit hat mich besonders interessiert, weil es sehr nah an meiner eigenen beruflichen Entwicklung liegt. Als Nachwuchsführungskraft in der Pflege wollte ich besser verstehen, was gute Führung im Krankenhausalltag wirklich ausmacht – jenseits von Organigrammen, Dienstplänen und formalen Zuständigkeiten.
Im Studium wurde mir immer klarer, wie stark Beziehungen Führung prägen. Führung beginnt für mich nicht erst in Besprechungsräumen, sondern in alltäglichen Momenten: im Zuhören, im ehrlichen Feedback, im Umgang mit Fehlern, in der Art, wie man Mitarbeitenden begegnet.
Gerade im Pflegebereich hat die Qualität der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden großen Einfluss auf Zusammenarbeit, Motivation, Arbeitszufriedenheit und Engagement. Auf einer orthopädischen und unfallchirurgischen Station konnte ich praktisch erleben, wie viel eine offene, vertrauensvolle und transparente Führung bewirken kann. Wenn Mitarbeitende sich gesehen und ernst genommen fühlen, verändert das nicht nur die Stimmung im Team, sondern auch die Bereitschaft, Verantwortung mitzutragen.
Mich reizt an diesem Thema die Verbindung von Wissenschaft und Alltag: Wie kann Führung im Krankenhaus konkret besser werden? Wie gelingt es, unter hohem Druck menschlich, klar und verbindlich zu bleiben? Und wie können Führungskräfte dazu beitragen, dass Pflegefachpersonen nicht nur funktionieren, sondern sich unterstützt, motiviert und wertgeschätzt fühlen?

Warum ist das Thema in Ihrem Unternehmen derzeit so aktuell?

Das Thema ist in meinem Unternehmen derzeit besonders aktuell, weil Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen vor großen personellen und organisatorischen Herausforderungen stehen. Der Pflegebereich ist geprägt von hoher Arbeitsbelastung, steigenden Anforderungen, Fachkräftemangel und einem zunehmenden Bedarf an Mitarbeiterbindung. Gerade deshalb gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Führung gestaltet werden kann, um Pflegefachpersonen langfristig zu motivieren, zu unterstützen und im Unternehmen zu halten.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, diesen Studiengang zu absolvieren?

Ich würde jedem empfehlen, sich vorab ehrlich mit den eigenen zeitlichen und persönlichen Ressourcen auseinanderzusetzen. Ein berufsbegleitendes Studium erfordert Disziplin, Struktur und Durchhaltevermögen – gerade dann, wenn Beruf und Privatleben parallel weiterlaufen.

Gleichzeitig bietet der Studiengang aber auch die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Mein Rat wäre deshalb, offen zu bleiben, aktiv den Austausch mit anderen Studierenden zu suchen und die eigenen Praxiserfahrungen bewusst einzubringen. Genau daraus entstehen oft die wertvollsten Perspektiven und Lernmomente.

Wenn Sie nun auf Ihre Studienzeit zurückblicken, welches Highlight im Studium bliebt Ihnen ganz besonders in Erinnerung?

Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, bleiben mir besonders die Praxiswochen mit den Partnerunternehmen in Erinnerung. Diese waren für mich sehr spannend, weil man dort die Möglichkeit hatte, das im Studium erworbene fachliche Wissen direkt in der Praxis anzuwenden und mit realen Fragestellungen aus Unternehmen zu verbinden.

Gerade dieser enge Bezug zwischen Theorie und Praxis war für mich ein großes Highlight des Studiums. Viele Inhalte wurden dadurch greifbarer, und ich konnte besser nachvollziehen, wie Managementthemen, Organisationsentwicklung und Führung im beruflichen Alltag konkret umgesetzt werden können.

Besonders wertvoll war außerdem der Austausch mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie mit den Praxispartnern. Durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven sind viele interessante Gespräche entstanden, die mich fachlich und persönlich bereichert haben.

Jetzt haben Sie den M.A. Organizational Management in der Tasche. Wie geht es für Sie nun weiter? Welche Pläne haben Sie?

Nach einer intensiven und sehr bereichernden Studienzeit möchte ich zunächst bewusst etwas Zeit in mich selbst investieren. Deshalb ist es mir wichtig, meine freie Zeit wieder stärker zu nutzen, neue Kraft zu sammeln und auch privat schöne Momente zu erleben. Dazu gehört für mich vor allem das Reisen, neue Orte kennenzulernen, andere Perspektiven zu gewinnen und den eigenen Horizont zu erweitern.

Gleichzeitig sehe ich den Abschluss als wichtigen Meilenstein, aber nicht als Endpunkt. Perspektivisch möchte ich mich weiterhin in verschiedene Richtungen entwickeln – sowohl fachlich als auch persönlich. Besonders reizvoll ist für mich die Weiterentwicklung als Führungskraft, langfristig auch mit Blick auf strategische Führungspositionen bis hin zum C-Level-Bereich. Darüber hinaus interessiert mich auch der Bereich Coaching und Führungskräfteentwicklung. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, mein Wissen und meine Erfahrungen künftig auch dafür einzusetzen, andere Führungskräfte zu begleiten, zu stärken und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Vielen Dank und alles Gute