Regional Innovation zeigt erneut Potenziale von Transfer in der Lehre

Bereits zum dritten Mal fand nun die Abschlussveranstaltung zum „Regional Innovation“-Seminar statt. Der bewährte Ablauf von Pitch, Poster-Rundgang und Podiumsdiskussion sorgte wieder für kurzweilige und dennoch fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik zur regionalen Erneuerung und bildete die Basis für den Austausch zwischen Studierenden und Experten, zwischen Praxis und Wissenschaft.

Abbildung 1: Das studentische Moderationsteam bei der Begrüßung.

Seminar-Koordinator Simon Rohde stellte nach der Veranstaltung fest: „Inzwischen ist die Abschlussveranstaltung da angekommen, wo wir sie haben wollen, nämlich in den Händen der Studierenden“. Abgesehen von Begrüßung und Dankesworten lag diesmal die Moderation vollkommen in der Verantwortung von Lukas Zaghow, Katharina Stiller und René Servos, die souverän und mit viel Gespür für den Moment durch den Nachmittag führten. So auch beim sogenannten Pitch, mit dem die Studierenden in je 3-minütigen Kurzvorstellungen Aufmerksamkeit und Interesse für ihr Projekt im folgenden Poster-Rundgang erzeugten.

Thematisch deckten die Projekte ein breites Spektrum an Untersuchungsobjekten ab. Basierend auf sektor- bis akteursbasierten Analysen wurde von der chemischen Industrie bis zur Kreativbranche und geographisch von Emilia-Romagna bis Zeche Zollverein sehr divers untersucht. Dabei machte das Seminar deutlich, mit wie viel Engagement und wie zielführend Studierende ihre eigenen Projekte zur regionalen Innovation in der relativ kurzen Zeit eines Semesters durchführen können.

Zur Diskussion aufs Podium geladen waren Expertinnen und Experten, die in ihrem Fachgebiet jeweils an regionaler Erneuerung mitarbeiten und die im Vorfeld die Studierenden als Interviewpartner bei ihren Projekten unterstützt, aber auch selbst Projektideen angestoßen haben. Dr. Farina Nagel vom Regionalverband Ruhr gab beispielsweise den Anstoß zur Untersuchung, wie sich Bürgerpartizipation effizienter gestalten lässt und Gabriele Poth von der Handwerkskammer Düsseldorf freute sich über eine wissenschaftliche Untersuchung der von ihr mitinitiierten Mobilitätspartnerschaften in der Stadt Oberhausen. Daneben waren J. Martin Granica als startup-erfahrenener Mehrfachgründer und Dr. André Ortiz vom Bochumer Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung als Stimme der Wissenschaft geladen.

Abbildung 2: Der Poster-Rundgang.

Dass ‚Regional Innovation‘ keine einseitige Lehrveranstaltung ist, sondern den Fokus auf Transfer und gegenseitiges Lernen von Praxispartnern und Studierenden legt, zeigt das Resumee von Dr. André Ortiz:
„Es war spannend, im Rahmen der Podiumsdiskussion gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus Kammern, Verbänden und der Innovationsberatung in der Region thematische Brücken zu bauen: Von globalen ökologischen Herausforderungen zu kommunalen Antworten darauf. Von nationalen Innovationssystemen zu aktuellen digitalen Bedürfnissen der Menschen und Unternehmen vor Ort. Von heterogenen Gründer-Ökosystemen hin zu der Einsicht, dass diese unterschiedliche Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit von verschiedenen Industrien bereithalten. Und im thematischen Zentrum kam jeweils ‚Regional Innovation‘ als Dreh- und Angelpunkt für wissenschaftliche Ansätze und ihre Anwendung in der Praxis zum Tragen“.

Auch für Gabriele Poth ergaben sich aus der Zusammenarbeit mit den Studierenden und aus der Abschlussveranstaltung ganz neue Möglichkeiten des Wissensaustauschs: „Die Diskussion mit den äußerst engagierten und interdisziplinär aufgestellten StudentInnen des inSTUDIESplus Teilprojektes Regional Innovation ist erfrischend gewesen. Sie hat mir aufgezeigt, dass die im Pitch-Format vorgestellten Untersuchungsthemen bei StudentInnen wie bei den „Experten“ des Forums konstruktive Denkrichtungen provoziert haben. Zum einen Anstoß und Bestätigung eigener Wahrnehmung von Problemlagen und zum anderen weiterführende Fragen, Perspektivwechsel und anregende neue Bezüge zwischen Wissenschaft und den Erfordernissen der Realwirtschaft haben diese Abschlussveranstaltung im Sommersemester 2019 zu einem runden Ereignis gemacht. Ich denke, dies ist ein wertvolles Format mit vielen Wirkungen für alle Beteiligten. Vielen Dank an die Initiatoren, Begleiter und die engagierten StudentInnen“. Folglich ist es logisch, dass die Kooperation von Regional Innovation und Mobilitätspartnerschaften im nächsten Semester fortgeführt wird.

Das Seminar ‚Regional Innovation‘ ist ein Teilprojekt des BMBF-geförderten Projekts inStudiesPLUS an der Ruhr-Universität Bochum und hat das Ziel, ein transfer-orientiertes Lehr-/Lernformat im Bereich der Erneuerung von Regionen zu entwickeln und den Studierenden den Aufbau von Kompetenzen zwischen Wissenschaft und Praxis zu ermöglichen.

Abbildung 3: Projektleiterin Prof. Dr. Uta Wilkens mit J. Martin Granica, Dr. Farina Nagel, Gabriele Poth und Dr. André Ortiz beim Abschluss der Veranstaltung.

Weitere Informationen zum Projekt „Regional Innovation“ und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier. Wir freuen uns immer über Fragen und Anregungen. Wir möchten allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung danken.

Fotoquelle: Kiram Iqbal, Denise Bitter